Druck
Der
Digitaldruck erleichtert die Buchherstellung für den Verleger wesentlich. Innenteil
und Umschlag eines Buches werden aus pdf-Dateien heraus gedruckt. Es brauchen
- anders als beim Offsetdruck - keine Druckplatten mehr hergestellt zu werden,
d.h. es entfallen deshalb auch die dafür ansonsten anzusetzenden Kosten. Das Digitaldruckverfahren
ist insbesondere bei der Herstellung von kleineren Auflagen von Interesse. Die
gewünschte Auflage wird darüber entscheiden, für welches Druckverfahren man
sich entscheidet. Kleinauflagen ab 50 Stück lassen sich im Digitaldruck ohne
großen finanziellen Aufwand realisieren. Mein geht damit kein Risiko ein, der
vorzuschießende Kapitalaufwand bleibt in einem erträglichen Rahmen. Die Stückkosten
allerdings sind bei Kleinauflagen gemessen am möglichen Verkaufspreis viel zu
hoch. Im Verlagswesen wird in der Regel folgendermaßen kalkuliert: Stückkosten
x 7 = Endverkaufspreis. Kostet ein Taschenbuch mit einem Umfang von 200 Seiten
im Digitaldruck beispielsweise 5 Euro pro Stück, ergäbe sich unter Anwendung
dieser Regel ein Verkaufspreis von 35 Euro. Kein Leser würde diesen Preis bezahlen.
Wer also eine Kleinauflage im Digitaldruck herstellen lassen möchte, muß sich
von vornherein über dieses eher ungünstige Kosten-Preis-Verhältnis im Klaren
sein. Will man ein Buch, welches im Digitaldruck 5 Euro kostet, für 10 Euro
verkaufen, bleibt nur noch der Direktverkauf - zum Beispiel über das Internet
- als Vertriebsweg übrig. Aus dieser Erkenntnis heraus ist das Linksbuch-Forum
entstanden, welches linken Verlegern und Selbstverlegern die Möglichkeit bietet,
ihre Bücher kostenlos einzustellen und an interessierte Leserinnen und Leser
direkt und gebührenfrei zu verkaufen.
Zielt die gewünschte Erstauflage eines
Buches jedoch in den Bereich von einigen tausend Exemplaren, erweist sich
- umgerechnet auf den Einzelstückpreis - der Offsetdruck als die kostengünstigere
Alternative. Wer die berechtigte Hoffnung hegt, daß das geplante Buch (mit großer
Sicherheit) zu einem Bestseller werden wird, wer über das hierzu erforderliche
Kapital mitsamt der dazu notwendigen Lagerräume sowie ein ganz Deutschland abdeckendes Vertreternetz
verfügt, sollte sich für das
Offsetdruckverfahren entscheiden.
Digitaldruckereien finden sich im Internet zuhauf. Googeln Sie einfach mal los und schauen Sie sich die jeweiligen Seiten an. Manche Firmen bieten eine Kalkulationsseite an, die Ihnen nach Eingabe der Buchdaten (Umfang, Papierart und -stärke, Bindung usw.) ausrechnet, wieviel die Herstellung einer Buch in der von Ihnen angegebenen Auflage kosten wird.
Zum Druckablauf ist folgendes anzumerken: Sie schicken die von Ihnen erarbeiteten und ins pdf-Format konvertierten Dateien für Innenteil und Umschlag an die ausgewählte Druckerei und erhalten nach einigen Tagen ein (voraussichtlich noch ungebundenes) Musterexemplar zugeschickt. Die Kosten dafür gehen natürlich in die Herstellungskosten für die Erstauflage mit ein. Sie haben jetzt die Möglichkeit, eventuell noch vorhandene Fehler zu korrigieren, was aber wiederum die Erstellung eines neuen Musterexemplares nach sich zieht (welches natürlich wiederum Kosten verursacht). Entspricht das Musterexemplar Ihren Vorstellungen, erteilen Sie Druckfreigabe und die bestellte Auflage wird gedruckt.