(SZ vom 19. 1. 2004, Seite 20)
Der Arbeit:Geber heißt so, weil er die Früchte der Arbeit
an sich nimmt. | = das logisch? Das = logisch! & kapiert?! Das leuchtet
ein: Allen!! Ein netter Widerspruch, der keine Aufklärung duldet, sondern Forderungen
nach sich zieht: „Traditionelle Tugenden wie Arbeitsmoral & Qualitätsbewußtsein
genießen bei den Arbeitgebern in Bayern weiterhin hohe Priorität.“ Wer seine
Arbeitskraft hergibt, indem er eine Arbeits!Dienst!stelle annimmt - ergo: Arbeit:Nehmer
= | - darf sich einiger prächtiger Tugenden befleissigen, damit er sich auch
weiterhin mit dem Gnadenprädikat Arbeit:Nehmer schmücken darf. Diese Tugenden
werden ihm anempfohlen, nie!: aufoktroiert, wo denken Sie hin, Sie geistiger
Brandstifter! Diese „traditionellen Tugenden“ haben Dringlichkeitscharakter,
schlagen sie sich doch auf der Ein:Nahme:Seite des Arbeit:Gebers nieder &
werden deshalb gut&gerne in den Rang zivilisatorischer Fortschrittsmerkmale
erhoben. Ein natürliches=unwidersprechbares =ewiggültiges Bedürfnis wird durch
diese Tugenden befriedigt, das |seltsamgenug| nur Arbeit:Geber befällt: die
Sucht nach Profit (auch: Profitsucht genannt: vor allem von Gewerkschaftshubern
= die als unreflektiertes Schimpfwort beliebt), die keine ist, weil sie als
Sachnotwendigkeit daherkommt (& nicht als Psychomacke), als solche |umHimmelswillen|
aber nicht gelten darf: Moralisten verlören sonst ihr radikalstes & fürchterlichstes
Argument gegen den kapitalistischen Normalfall, der sich als Managerverfehlung
tarnt, wenn die Geschäfte mal wieder ins Minus |zu| rutschen |drohen| -:- vom
Pop|anzen|entum & dessen K|r|opfgeburten ganz zu schweigen. „... rangieren
diese Werte deutlich vor Eigenschaften wie Flexibilität, Erfahrungswissen, Loyalität
& Teamfähigkeit“. Werte, die für deren Inhaber nix wert, also 0&nichtig
sind (:deshalb umso wert=voller: als Zwangsveranstaltung im Frei=willig=keitsgewand,
als moralische|s Rückgra|e|t|e| im Schicksalsgeströme, als Persönlichkeitsplus
im Anbiederungsgesumpfe etceteralala). &: „Jüngere Arbeitnehmer beeindrucken
eher mit ihrer größeren Lernfähigkeit & Lernbereitschaft, ihrer höheren
körperlichen Belastbarkeit sowie ihrer größeren Kreativität, Flexibilität &
Teamfähigkeit.“ Wer nach Strich&Faden ausgenützt werden will=darf &
dies auch noch als ihm zustehende Leistung des Unter:Nehmers verstanden wissen
will|soll, muß sich schon kräftig anstrengen, um Ein=Druck zu schinden beim
Arbeit:Geber, auf daß dieser ihn in den Rang eines Arbeiterplatz:Besitzers adle,
der er gar nicht ist, & sich selbst zum Wohl=Täter, der er erstrecht nicht
ist. Sein eigener Nutzen zum Schaden des Arbeit:Nehmers ist Sinn&Zweck einer
Ver=AnstalT=ung, die das Oberste zu unterst kehrt = die Dinge auf den Kopf stellt
& damit be8liche Erfolge erzielt.
Ältere Arbeit:Nehmer ziehen da leiderleider den Kürzeren, wenn sie ihren (:haha)
Arbeitsplatz verlieren, der ihnen nie gehört hat, & sie deshalb nicht mal
mehr Arbeiter, geschweigedenn Arbeit:Nehmer sein dürfen, sondern nur noch Arbeits:Lose
= In:Anspruch:Nehmer von Leistungen des Staates, die überhaupt keine sind,
weil von dem gar nicht erbr8, sondern ihnen selbst zuvor ja-ja-jahr10te=lang abgeknöpft
worden sind.