Mit Entsetzen hat
unser hohes Haus folgende schreckliche BILD-Schlagzeile zur Kenntnis genommen:
"Geiler Prinz schockt deutschen Adel" (7. Oktober 2004)!
"Der deutsche Adel schämt sich für diesen Prinzen und seine neue Liebschaft:
Ferfried Prinz von Hohenzollern (61) ließ sich für die `Bunte´ lüstern mit der
vorbestraften Witwe Tajana Gsell (33) fotografieren." Bedauerlicherweise
ist unsere verehrte und ansonsten uns höheren Gesellschaftsschichten durchaus
sehr zugeneigte Boulevardzeitung mit dieser Meldung dem deutschen Adel unfair in
den Rücken gefallen mit der Folge, daß nun böse Zungen behaupten, Ferfried
mache seinem Vornamen alle Ehre: das Ferkel befriedige
sich an einer vorbestraften blonden Witwe, die einst mit dem mittlerweile verblichenen
Busenvergrößerer Dr. Granz Gesell verehelicht war. Wir distanzieren uns deshalb
aufs Entschiedenste von einer Berichterstattung, die derart obszöne Schlußfolgerungen
geradezu herausfordert.
Wir, der deutsche Adel, sind mit
Recht schockiert über diesen peinlichen Fall unbewältigter und zur Schau gestellter
Midlife Crisis. Wir haben schließlich einen guten Ruf zu verlieren! Und wir
mögen uns gar nicht vorstellen, welche Wellen von Enttäuschung nun durch die Herzen
all jener Leserinnen branden, die aus der Lektüre des Goldenen
Blattes und ähnlich anspruchsvoller Kulturjournale bisher die lebensnotwendige
Gewißheit schöpften, daß es keine vornehmere Aufgabe für einen deutschen
Normalbürger gibt, als dem deutschen Adel die ihm gebührende Bewunderung
und Verehrung entgegenzubringen. Der deutsche Adel ist sich durchaus bewußt, welch verantwortungsvolle
Aufgabe er im Hinblick auf die staatsbürgerliche Bildung und Veredelung der Menschen unseres
Landes zu erfüllen hat. Die Vermittlung höchster moralischer Werte wie Achtung
des Reichtums, Anerkennung gottgegebener Rangunterschiede,
Respekt vor staatlichen und moralischen Autoritäten sowie Bescheidenheit im
Hinblick auf eigene Wünsche und Ansprüche ist unsere vornehmste Aufgabe
im Prozeß der Staatsbürgerwerdung des Menschen. Die Vorsehung hat uns Adligen zu Reichtum
und Ansehen verholfen, wir verhelfen dafür den Bürgern zu einem erfüllten Leben
in Bescheidenheit und Demut. Indem wir den Menschen vor Augen führen,
wie weit sie es bringen könnten, wenn sie sich nur genügend anstrengen würden,
leisten wir wichtige Orientierungs- und Motivierunghilfen in den schwieriger
werdenden Zeiten der Globalisierung! Prinz Ferfried von Hohenzollern stört uns
bei der Ausübung dieser Pfllicht!
Hiermit stellen wir mit allem gebotenen
Nachdruck fest: der deutsche Adel ist nicht geil! Höchstens geldgeil, aber das
sind wir eben unserem notwendig aufwendigen Lebensstil schuldig. Die Öffentlichkeit will
zu ihren Adelslieblingen aufblicken können. Aufblicken jedoch kann der Mensch
nur zu jemandem, der es weiter gebracht hat, als er selbst. Der deutsche Adel
hat es sehr weit gebracht! Wir erwarten deshalb von Ferfried von Hohenzollern,
daß er sich eines besseren besinnt und bei der öffentlichen Darstellung folgende,
seit Jahrzehnten bewährt Regel berücksichtigt: der Adel gewährt Einblicke in den Intimbereich
nur insofern, als dies moralisch vertretbar erscheint. Was hinter den Gardinen
geschieht und was in den Geschäftsbüchern steht, geht niemanden etwas an. Denn
Reichtum und Adel verpflichtet, nämlich zu Verschwiegenheit!